Theoretische Ausbildung (600h)

Die theoretische Ausbildung findet i.d.R. ein- bis zweimal monatlich in Blockveranstaltungen (freitags und samstags) statt. Die Seminare sind inhaltlich in drei Bereiche gegliedert:

  1. Störungsspezifische Seminare, die Informationen über ein Störungsbild und die entsprechenden verhaltenstherapeutischen Behandlungsstrategien vermitteln
  2. Methodenorientierte Kurse
  3. Seminare zu institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen psychotherapeutischer Tätigkeit.

Praktische Ausbildung unter Supervision (Patientenbehandlungen)

Nach der Zwischenprüfung beginnt die Praktische Ausbildung (600h), das eigentliche „Herzstück“ der Ausbildung. Der Beginn dieses Ausbildungsabschnittes wird durch verschiedene Ambulanzseminare zur Vermittlung ambulanzrelevanter Informationen und Abläufe begleitet.

Die von Ihnen selbstständig durchgeführten Therapiesitzungen finden in der Ausbildungsambulanz und den kooperierenden Lehrpraxen des Instituts für Psychologische Psychotherapieausbildung IPP Halle statt.

Für die dazugehörende Supervision (150h) zu fest definierten Zeitpunkten stehen im IPP Halle ebenfalls Räume zur Verfügung. Die Supervision wird durch das Ausbildungsinstitut organisiert. Sie wird gleichmäßig über den gesamten Ausbildungszeitraum in hoher Dichte durchgeführt:

  • Aller vier Wochen, so dass mindestens jede vierte Behandlungsstunde supervidiert wird.
  • Ausgewogenes Verhältnis zwischen Einzel- und Gruppensupervision.
  • Unsere Videoanlagen ermöglichen es, dass alle Behandlungsstunden auf Video aufgezeichnet werden können, so dass die Supervisoren einen unmittelbaren Eindruck vom Patienten erhalten und in der Supervision anhand von Videoausschnitten besondere interaktionelle Aspekte besprechen können.
  • Bei der Auswahl der Supervisoren wurde besonders auf eine mindestens fünfjährige psychotherapeutische Tätigkeit geachtet. Alle Supervisoren des IPP Halle verfügen über Lehrerfahrungen und mehrjährige Supervisionserfahrung. Darüber hinaus zeichnen sich einige Dozenten als Spezialisten für bestimmte Störungsbilder aus und sind für diese bei schwierigen Behandlungen für alle Teilnehmer ansprechbar.
  • Neben der Fachsupervision haben wir die kollegiale Intervision etabliert, die alle Psychotherapeuten in Ausbildung nach einer Einführung in die Methodik regelmäßig durchführen. Die Stunden der kollegialen Supervision werden im Rahmen der „Freien Spitze“ angerechnet.

Selbsterfahrung (120h)

Die Selbsterfahrung beschäftigt sich mit den persönlichen Voraussetzungen des Ausbildungsteilnehmers für das therapeutische Handeln und Erleben, mit seinem Handeln und Erleben in der therapeutischen Beziehung und seiner persönlichen Entwicklung und Rollenfindung im Ausbildungsverlauf.

Die Selbsterfahrung findet ausschließlich mit der eigenen Ausbildungsgruppe und zwei fest zugeordneten erfahrenen Selbsterfahrungsleiter statt.

Praktische Tätigkeit I (1200h)

Während der praktischen Tätigkeit in der klinisch-psychiatrischen Einrichtung soll der Ausbildungsteilnehmer jeweils über einen längeren Zeitraum an der Diagnostik und Behandlung von mindestens 30 Patienten beteiligt werden und dabei Kenntnisse und Erfahrungen über die akute, abklingende und chronifizierte Symptomatik unterschiedlicher psychiatrischer Erkrankungen erwerben.

Folgende psychiatrisch-klinische Einrichtungen stellen Ausbildungsplätze für die mindestens einjährige stationäre praktische Tätigkeit zur Verfügung:

Kooperationen mit weiteren vergleichbaren Einrichtungen in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und anderen Bundesländern können jeder Zeit initiiert werden. Es besteht die Möglichkeit, sich eigenständig einen entsprechenden Ausbildungsplatz in einer hier nicht gelisteten klinisch-psychiatrischen Einrichtungen zu suchen. Bitte beachten Sie, dass eine Anerkennung für die Ausbildung nur möglich ist, wenn ein in der Einrichtung tätiger Arzt (meist in leitender Position) die Weiterbildungsermächtigung für Psychiatrie und Psychotherapie besitzt.

Praktische Tätigkeit II (600h)

Für die ambulante praktische Tätigkeit (600 Std.) stehen Ausbildungsplätze in der Ausbildungsambulanz des IPP sowie in den kooperierenden klinisch-psychiatrischen Einrichtungen (sofern diese eigene Institutsambulanzen besitzen) zur Verfügung.

 

„Freie Spitze“ (930h)

Die „Freie Spitze“ wird von den Ausbildungsteilnehmern selbstständig organisiert. Anerkannt werden Intervisionsgruppen mit Ausbildungskollegen, Seminarvorbereitungen durch entsprechende Lektüre, Besuch von Kongressen und Weiterbildungen mit klinischem Inhalt im Rahmen der „Freien Spitze“ sowie Vor- und Nachbereitung von Therapiesitzungen.